Fragen und Antworten zur Kellerlüftung
12.03.2020
Unser Keller leidet im Sommer unter unangenehmen Kellergeruch. Was können wir tun?
Hauptursache für schlechtes Kellerklima im Sommer sind geöffnete Kellerfenster. Als Sofortmaßnahme sollten Sie die Kellerfenster im Sommer konsequent geschlossen halten. Eine notwendige Lüftung sollte unter Berücksichtigung der Taupunktbedingungen der Luft erfolgen.
Was versteht man unter einer taupunktgesteuerten Lüftung?
Warme Luft kann wesentlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. Man kann dieses Phänomen im Sommer beobachten, wenn zum Beispiel eine Flasche Mineralwasser aus dem Kühlschrank auf den Tisch gestellt wird. Die Flasche betaut. Sie wird nass. Der Grund ist, dass sich die wasserdampfreiche warme Sommerluft an der Oberfläche der Flasche abkühlt und damit ihre Feuchtigkeit nicht mehr halten kann. Man spricht dann von einer Taupunktunter-schreitung. Eine Taupunkt – Lüftungssteuerung berechnet aus erfassten Klimadaten neben der tatsächlichen Feuchtigkeit innen und außen auch den Taupunkt der Luft. Als Konsequenz folgt daraus: Gelüftet wird nur dann, wenn es nicht schädlich für die zu belüftenden Räume ist.
Warum kaufe ich mir hierzu nicht einfach einen Hygrometer aus dem Baumarkt? Dieser zeigt mir doch auch an, ob es draußen trockener ist als drinnen.
Ein Irrtum. Nehmen wir zum Beispiel einen durchschnittlichen neblig trüben Novembertag an. Angenommen die Luft im Freien hat eine Temperatur von 0,00 Grad und die relative Luftfeuchtigkeit liegt bei dem mit Ihrem Luftfeuchtemesser gemessenen Wert bei 100%. In Ihrem Keller messen Sie dann z.B. eine relative Luftfeuchtigkeit von 66% bei einer Temperatur von 16 Grad. Die abgelesenen Werte verleiten zu dem „logischen“ Schluss: Draußen 100%. Innen 66%. Also keinesfalls lüften. Diese Einschätzung ist falsch. Eine Taupunkt-Lüftungssteuerung würde bei solchen Klimawerten das Lüften freigeben. Rechnet man aus den eben genannten Werten den tatsächlichen Wassergehalt der Luft aus, ergibt sich, dass der tatsächliche Wassergehalt der Luft draußen mit 4,85 g/m3 zu 8,99 g/m3 im Keller deutlich geringer ist. Das heißt, dass mit jedem Kubikmeter Luft der aus dem Keller gelüftet wird, ca. 4,14 Gramm Wasser abgeführt werden.
Welche relative Luftfeuchtigkeit soll bzw. darf ein Keller maximal haben?
Es ist allgemein anerkannt, dass die relative Luftfeuchtigkeit in einem Keller nicht dauerhaft über 70% liegen sollte. Insbesondere dann, wenn Möbel, Schuhe und Kleidung im Keller aufbewahrt werden. In Kellern mit sommerkalten Wänden und Böden muss die relative Luftfeuchtigkeit noch geringer gehalten werden, um die Gefahr einer Tauwasserbildung jederzeit ausschließen zu können.
Auf dem Kellerboden entwickeln sich im Sommer feuchte Stellen. Was können wir tun?
Ihr Boden ist zu kalt für die im Keller vorherrschende feuchte Innenraumluft. Zur Abklärung dieser Frage sollten Sie die Boden- und Wandtemperaturen mit einem Infrarot Thermometer messen. Folgende Maßnahmen könnten helfen, das Problem zu beseitigen:
- Kellerfenster und Korridortüren im Sommer konsequent geschlossen halten.
- Bereits vorhandene Lüftungsgeräte nur nach Taupunktkriterien betreiben.
- Rohr- und Schachtlüftungen auf freie (ungewollte) Luftzirkulation überprüfen und gegebenenfalls verschließen.
- Boden und Wände dürfen im Winter durch übermäßiges Lüften nicht „kaltgelüftet“ werden. Lüftung mit Wärmerückgewinnung einsetzen!
- Elektrische Entfeuchter erst dann einsetzen, wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind.
In unserem Wasch- und Trockenraum herrscht oft schlechte Luft. Unser Elektriker hat uns ein Abluftgerät mit Hygrometer empfohlen.
Abluftgeräte mit Hygrometer reagieren nur auf relative Feuchtigkeit. Dies führt dazu, dass im Sommer die Geräte sehr oft einschalten und feuchte Außenluft in den Keller gezogen wird. Abluftgeräte im Keller dürfen generell nur nach Taupunktkriterien betrieben werden.
Wir wollen in unserem Keller Papiere und Kleidung lagern. Was ist zu beachten?
Regale müssen von Wand und Boden mindestens 15 cm Abstand haben. Statt über Kellerfenster zu lüften, sollten Sie eine automatische Belüftung der Räume in Betracht ziehen. Eine automatische Lüftung sorgt dafür, dass Ihre Lagerräume im Winter nicht unnötig auskühlen und keine „falsche“ Luft in die Räume gelangen kann.
In unserer Kellersauna bereitet sich in den Ecken und im Übergang zwischen Wand und Decke immer wieder Schimmel aus. Welche Möglichkeiten der Sanierung gibt es?
Eventuell handelt es sich bei Ihrem Gebäude um ein Gebäude mit konstruktiven Wärmebrücken. Durch die Feuchtebelastung der Raumluft beim Saunabetrieb kommt es immer wieder zu einer vorübergehenden Kondensation von Wasserdampf in den Raumecken. Neben einer kontrollierten Lüftung könnte der Einsatz von Infrarotheizmatten an den betroffenen Stellen Sinn machen. Die Heizmatten werden mit einem geeigneten Spachtelmaterial aufgeklebt und über ein Netzteil mit Strom versorgt. Die gezielte Oberflächenerwärmung solcher Bauteile ist energieeffizient, da die Wand in der Regel auf maximal 15–16 °C erwärmt wird. Mit unserer TLR60 Taupunkt – Lüftungssteuerung ist ein besonders energiesparender Einsatz von Heizmatten möglich, da dieser Regler einen Temperatursensor verwalten kann, der die Oberflächenheizung nur dann einschaltet, wenn eine Taupunktunterschreitung an den betroffenen Bauteilen droht.
Wir haben bisher in unserem Keller einen Entfeuchter zur Trocknung eingesetzt. Wie können wir unsere Stromkosten reduzieren?
Der durchschnittliche Jahresstrombedarf bei einem Entfeuchter beläuft sich auf rund 1,33 kWh/Liter Wasser. Je nach Stromtarif entstehen Kosten von ca. 0,30 € je Liter Wasserentzug. Eine kontrollierte Lüftung könnte für Sie eine interessante ökologische Alternative zur Entfeuchtung der Raumluft darstellen. Wenn Sie zum Beispiel im Sommerhalbjahr 15 l Wasser pro Woche entsorgen, entstehen Ihnen Kosten von 26 Wochen * 15 Liter Wasser/Woche * 0,30 € /Liter = ca. 117 €. Unsere Lüftungsanlage hat in der gleichen Zeit einen Strombedarf von ca. 0,50 € pro Monat. In 6 Monaten fallen also rund 3 € Betriebskosten an. Selbst wenn Sie in den Sommermonaten Ihren Entfeuchter zeitweise zur Klimastabilisierung mitlaufen lassen, ist eine Energieeinsparung von rund 80 bis 90 % realisierbar.
Welche Wasserentzugsleistungen sind mit einer Pendellüftung erzielbar?
Die höchsten Entzugsleistungen einer Pendellüftung sind im Winter erzielbar. Hierzu ein Beispiel aus einem unserer Versuchskeller: Absolute Feuchte im Mittel außen = ca. 1,7 g Wasser/m³ Luft. Absolute Feuchte innen, bei 77% relativer Luftfeuchtigkeit und 14,9 °C Raumtemperatur = ca. 9,81 Wasser/m³ Luft. Differenz zwischen Innenraumluft und Außenluft: 8,11 g Wasser/m³ Luft
Theoretisch kann also mit jedem m³ Raumluft, die aus einem Keller herausgelüftet wird, rund 8 g Wasser abgeführt werden. Unsere Aufzeichnungen belegen, dass die relative Luftfeuchtigkeit mit der Lüftung innerhalb von 1 bis 2 Tagen im Mittel um ca. 10 % gesenkt werden kann. Kellerräume mit aufsteigender Feuchte aus Wand und Boden können jedoch immer nur bis zu einem gewissen Grad heruntergetrocknet werden, da über die Wände und Böden ständig neues Wasser verdunstet. Daher macht es auch keinen Sinn, feuchte Keller mit einem Entfeuchter / Bautrockner sehr stark auszutrocknen, da durch den hohen Wasserentzug eines Bautrockners das Verdunsten von Wasser aus dem umgebenden Erdreich angefeuert wird. In solchen Fällen muss zusätzlich zur Lüftung das Mauerwerk trockengelegt werden. Unter Berücksichtigung einer konservativen Betrachtungsweise gehen wir im Jahresmittel von einer durchschnittlichen Wasserentzugsleistung von rund 3–4 g Wasser pro m³ ausgetauschter Raumluft aus.
Die meisten Firmen geben in Bezug auf die Kellerentfeuchtung keine Garantie für die Wirksamkeit. Welche Garantie haben wir, dass ihre Pendellüftung funktioniert?
Seien Sie grundsätzlich misstrauisch, wenn Ihnen schon am Telefon „garantierte Erfolge“ versprochen werden. Eine seriöse Einschätzung wie gut ein Verfahren wirkt, kann in der Regel nur nach einer Begehung des Objekts vorgenommen werden. Lassen Sie sich die vorgeschlagenen Sanierungsmaßnahmen erklären und fragen Sie nach vergleichbaren Referenzobjekten in der Nähe. Schließen Sie keine Verträge an der Haustüre ab! Erkundigen Sie sich, wie lange die Firma schon besteht und wie lange das vorgeschlagene Verfahren schon angewendet wird. Seriöse Firmen können meist auch Referenzobjekte vorzuweisen. Lassen Sie sich Telefonnummern und Ansprechpartner von Behörden und Planungsbüros geben, wo Sie sich gegebenenfalls zur Wirksamkeit des vorgeschlagenen Verfahrens erkundigen können. Suchen Sie im Internet nach Erfahrungsberichten mit dem vorgeschlagenen Sanierungsvorschlag. Wir weisen darauf hin, dass eine kontrollierte Kellerlüftung in keinem Fall als Ersatz für eine professionelle Kellertrockenlegung dienen kann. Eine kontrollierte Kellerlüftung sorgt dafür, dass unnötiger Feuchteeintrag durch kondensierende Außenluft dauerhaft unterbunden wird und überschüssige Raumluftfeuchtigkeit permanent abgeführt wird.
Wir haben eine Lüftung von Ihnen installiert und stellen fest, dass die Lüftung im Sommer relativ oft ausgestellt ist. Im Winter läuft die Lüftung dagegen fast immer. Ist das richtig so?
Dieses Verhalten ist absolut richtig. Das Lüften wird immer dann unterbunden, wenn die Außenluft feuchter ist als die Innenraumluft. Im Sommer ist das oft tagsüber der Fall. Die Lüftung des Kellers erfolgt dann eher nachts bzw. in den frühen Morgenstunden. Im Winter ist aufgrund der niedrigen Außenlufttemperaturen der tatsächliche Wassergehalt der Luft so gering, dass die Lüftung fast durchgehend läuft.
Durch das Lüften im Winter entstehen doch Wärmeverluste. Wäre es nicht sinnvoller, die Lüftung ganz abzustellen?
In den Rohren unseres Kellerlüftungssystems findet Wärmerückgewinnung über Keramikwärmespeicher statt. Die Wärmespeicher können bis zu 90 % der Wärme aus der Abluft zurückgewinnen. Durch Datenauswertungen aus belüfteten Kellern wissen wir, dass man schon mit sehr geringen Luftwechselraten Kellerräume im Winter wirksam trocken halten kann. Deshalb darf die Intensität der Lüftung in den Wintermonaten auf ein Minimum reduziert werden. Durch das Umstellen von Sommer auf Winterbetrieb reduzieren sich die Stromkosten für den Betrieb der Lüfter um mehr als 50 %. In gleichem Maße reduzieren sich die Verluste bei der Wärmerückgewinnung. Selbst gänzlich unbeheizte Keller verlieren dabei, trotz guter Durchlüftung, kaum mehr als 1 °C Raumtemperatur pro Monat. Das Lüften im Winter sorgt gerade im Winter für einen nicht unerheblichen Abtransport von Wasser aus Wänden und Böden. Sie sollten deshalb die Lüftung in der kalten Jahreszeit also weiterlaufen lassen.
Wir kennen das Prinzip der Wärmerückgewinnung über Keramikwärmespeicher aus der Wohnraumlüftung. Welches Prinzip steckt hinter der Pendellüftung?
In den klassischen dezentralen Wohnraumlüftungsgeräten mit Wärmerückgewinnung werden Reversierlüfter eingesetzt. Also Ventilatoren, die ihre Laufrichtung umkehren können. Die Rohre sind mit Wärmespeichern aus Keramik oder Aluminium bestückt. Über den Umkehreffekt werden die Wärmetauscher dann im Wechseltakt mit Wärme be- und entladen. Ein vergleichbarer Effekt kann auch mit vergleichsweise preiswerten Lüftern erzielt werden, die wechselweise im Abluftbetrieb angesteuert werden. Wir nennen dieses Prinzip Pendellüftung und setzen es zur Lüftung von Kellerräumen sehr erfolgreich ein.
Warum wird das Prinzip der Pendellüftung nicht zur Wohnraumlüftung verwandt?
Wenn ein Keller luftdicht ist, sind die Zuluft und Abluftvolumenströme nahezu gleich. Dann haben wir nachweislich ein einfaches und gut funktionierendes Wärmerückgewinnungssystem. Da jedes Gebäude einen gewissen Grad an Undichtigkeit aufweist, wird bei der Pendellüftung immer auch ein mehr oder weniger großer Anteil Kellerluft ohne Wärmerückgewinnung abgeführt. In der Wohnungslüftung mit insgesamt höheren Lufttemperaturen ist dies unerwünscht. In einem Keller spielen diese Faktoren keine so große Rolle, da der Schwerpunkt des Lüftens hier auf Entfeuchtung abzielt.
Gibt es eine Sperre für Insekten und Nagetiere?
Die Keramikspeicher in den Rohren haben eine Wabengröße von 3,5 mm und stellen hierdurch für Insekten und Nagetiere eine wirksame Barriere dar. Die sich drehenden Lüfterflügel sorgen für eine zusätzlich abschreckende Wirkung.
Verantwortlich für den Text:
EKML Lüftungssysteme GmbH
Geschäftsführer: Manfred Lusch
In der Dohle 22
88690 Uhldingen-Mühlhofen
HRB 713786
Amtsgericht Freiburg i. Br.
St. Nr. 87007/13470
Tel. 07556–966390
www.ekml.de
Die auf dieser Website veröffentlichten Inhalte unterliegen dem deutschen Urheber- und Leistungsschutzrecht. Jede vom deutschen Urheber- und Leistungsschutzrecht nicht zugelassene Verwertung bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Anbieters oder jeweiligen Rechteinhabers. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigung, Bearbeitung, Übersetzung, Einspeicherung, Verarbeitung bzw. Wiedergabe von Inhalten in Datenbanken oder anderen elektronischen Medien und Systemen. Inhalte und Rechte Dritter sind dabei als solche gekennzeichnet. Die unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe einzelner Inhalte oder kompletter Seiten ist nicht gestattet und strafbar. Lediglich die Herstellung von Kopien und Downloads für den persönlichen, privaten und nicht kommerziellen Gebrauch ist erlaubt.